Katzenschnupfen
Es handelt sich hierbei also um einen Symptomkomplex, der durch unterschiedliche Erreger hervorgerufen wird und Nase, Maulhöhle und Augen betrifft. Beteiligte Erreger sind verschiedene Viren (Herpes - und Caliciviren) und Bakterien (Chlamydien, Bordetellen und Mykoplasmen). Da die Erreger sich gegenseitig begünstigen und damit parallel auftreten können und Behandlung und Bekämpfen dieser Erkrankungen etliche Gemeinsamkeiten aufweisen, ist diese Sammelbezeichnung dennoch berechtigt.

- Klinisches Bild des durch Herpesviren verursachten Katzenschnupfens
Erreger:
Reich: Viren / DNA - Viren
Familie: Herpesviridae
Unterfamilie: Alphaherpesvirinae
Gattung: noch nicht klassifiziert Herpesviren sind neben Caliciviren die häufigsten Auslöser eines Katzenschnupfens. Die Erkrankung durch FHV - 1 wird auch als Feline Virale Rhinotracheitis bezeichnet. Der Erreger befällt ausschließlich katzenartige Tiere. Ausserhalb des Wirtes überlebt das Virus maximal 24 Stunden und wird von den meisten gängigen Desinfektionsmitteln zuverlässig inaktiviert.
Die Übertragung
Trotz des dramatischen Erscheinungsbildes der Erkrankung ist die Sterblichkeit nur gering. Folgeschäden können durch Verwachsungen im Lidbereich bis zur Blindheit reichen, starke Gewebszerstörungen im Bereich der Nasenschleimhaut können eine chronische Rhinitis nach sich ziehen. Einige genesene Tiere können dauerhaft Viren ausscheiden, ca. 80 % aller erkrankten Tiere bleiben nach überstandener Infektion Träger des Erregers, der sich in die Ganglien des Nervus trigeminus zurückzieht. Ähnlich wie beim Befall durch Caliciviren betrifft die Erkrankung hauptsächlich Jungtiere.

- Von Caliciviren verursachte Schleimhautschäden auf der Zungenspitze einer Katze
dauerhaft
Felines Calicivirus (FCV) Systematik
Reich: Viren / (-)ssRNA-Viren
Familie: Caliciviridae
Gattung: Calicivirus
Caliciviren sind ebenfalls
Die Infektion verläuft in 2 Phasen. Nach erfolgter Ansteckung vermehrt sich der Erreger in den Rachenmandeln, der Mundschleimhaut und den Bindehäuten der Augen. Zwischen dem viertem und siebenten Tag verbreitet sich das Virus über den Blutkreislauf (Virämie) im gesamten Körper. Besonders stark befallen werden hierbei die Lunge und die Zungenschleimhaut.
Die Phase der Virämie ist durch Abgeschlagenheit und die Ausprägung einer respiratorischen Symptomatik gekennzeichnet: Fieber, Rhinitis, Konjunktivitis und Nasenausfluss.
Der Befall der Lunge kann bakterielle Sekundärinfektionen und damit eine Bronchopneumonie nach sich ziehen, dann kann die Sterblichkeitsrate auf 30 % ansteigen. Im allgemeinen dominiert das vom Befall der Maulschleimhäute hervorgerufene Bild. Es kommt zu ausgedehnten schmerzhaften Schleimhautulzerationen der Zunge oder des Gaumens. Bei Kätzinnen kann es zu Aborten kommen. Einige Calicivirenstämme können auch zu Lahmheiten führen.
- Feline Chlamydiose (Feline Pneumonitis)
Die Chlamydien - Infektion wird durch das Bakterium Chlamydophila felis (Chlamydophila psittaci) hervorgerufen. Sie ist häufig und kommt ebenfalls weltweit vor. Es ruft vor allem eine chronische follikuläre Konjunktivitis mit Augenausfluss hervor, der auch eitrig sein kann. Diese “ Augenform “ tritt vor allem bei 5 - 12 Wochen alten Kätzchen auf. Eine Lungenentzündung (Pneumonitis) ist eher selten. - Feline Bordetella Infektion
Die Feline Bordetella Infektion wird durch Bordetella bronchiseptica hervorgerufen und kann primär, aber auch sekundär nach Schädigung durch oben genannte Erreger auftreten. Die Infektion kann Erkrankungen der oberen Atemwege, seltener auch eine Lungenentzündung auslösen.
Die Erkrankung ist häufiger in größeren Katzenkolonien, begünstigend wirken räumlich beengte Haltung, mangelhafte Belüftung und Stress. Jungkatzen zeigen stärkere Krankheitserscheinungen als ältere. Neben allgemeiner Schwäche treten Fieber, Fressunlust, Husten, Schnupfen, Nasen- und Augenausfluss und Schwellung der Unterkieferlymphknoten auf. Bei Lungenbeteiligung treten Dyspnoe und abnormale Atemgeräusche auf. - Feline Mykoplasmeninfektion
Mycoplasma felis aus der Gruppe der Mykoplasmen ruft seltener eine Erkrankung der oberen Luftwege hervor. Klinisch äußert sie sich in Konjunktivitis und Rhinitis. Die Infektion kann spontan nach 2 - 4 Wochen ausheilen. Nicht geklärt ist bislang ob Mykoplasmen als Primär - oder nur als Sekundärerreger fungieren. Auch Mycoplasma gatae und Mycoplasma feliminutum werden gelegentlich aus Katzen isoliert, ihre klinische Bedeutung ist jedoch fraglich.
Diagnose:
- Erregeranzüchtung aus Nasen- oder Augensekret oder Schleimhautproben von verstorbenen Tieren, der Mykoplasmennachweis ist sehr aufwändig und wird nur selten durchgeführt
- Immunfloureszenztest auf FHV - 1
- Virusneutralisationstest an Serum auf FHV - 1 und FCV
- PCR auf FeHV - 1

